Teuer oder
ihren Preis wert?

Die Entstehung der Quadratmeterpreise in der Wasserstadt Limmer

Mit avisierten Preisen von rund 13,50 EUR pro m²2 für Mietwohnungen und 6.200 EUR pro m²2 für Wohneigentum liegt das Preisniveau der Wasserstadt Limmer für Hannover im oberen Segment, was in der lokalen Politik und Presse auch schon thematisiert wurde. Dass diese Preise aber nicht willkürlich festgelegt sind, sondern dem anspruchsvollen Areal, städtebaulichen Vorgaben und den allgemein gestiegenen Kosten in der Baubranche Rechung tragen, erklärt Jörg Jungesblut, Geschäftsführer der Wasserstadt Limmer Projektentwicklung GmbH.

„Grundsätzlich steigen die Baukosten derzeit jährlich um sechs Prozent, bei Haustechnik sogar um 20 Prozent. Bei der Wasserstadt liegen Teile des Baugrundstückes zudem in einem Leinearm, was bei einigen Gebäuden eine Pfahlgründung nötig macht. Dadurch steigt der Baupreis in diesem Areal um bis zu 400 Euro pro Quadratmeter – und das bei Baukosten, die im gesamten Areal ohnehin schon bei mindestens 3.500 Euro pro Quadratmeter liegen.“

Daneben gibt es aber noch weitere „Preistreiber“, wie Jörg Jungesblut anmerkt: „Die Wasserstadt soll ein grünes Viertel mit viel Freiraum werden, deshalb wird es 42 Prozent unbebaute Frei-, Verkehrs- und Grünflächen geben. Eine Bebauungsquote von nur 58 Prozent schlägt sich aber auf die Baukosten nieder, denn je niedriger die Bebauungsdichte, desto höher der Quadratmeterpreis pro Wohnfläche – und umgekehrt.“

Auch städtische Vorgaben aus der Planungsphase spielen eine nicht unwichtige Rolle, so Jörg Junges­blut: „Der schon frühzeitig verabschiedete Gestaltungsleitfaden für die Wasserstadt hat Details definiert, die jetzt in der Umsetzungsphase nur mit hohem Aufwand realisiert werden können – zum Beispiel die Vorgabe, das aus ästhetischen Gründen um jedes Gebäude kleine Mauern für bis zu 1.000 Euro pro laufendem Meter gebaut werden müssen. Oder die Vorgabe, dass die Fassaden der Gebäude zu 70% verklinkert werden müssen, obwohl Fassaden mit Klinkerriemchen die optisch identische, aus technischen Gründen aber deutlich günstigere Lösung wären.“

Jörg Jungesbluts Fazit: „Mit der Wasserstadt Limmer entsteht ein lebendiges, urbanes Wohnviertel auf hohem baulichen, energetischen und gestalterischen Niveau – das hat grundsätzlich seinen Preis, aber der ist es auch wert. Für die zukünftigen Bauflächen gibt es aber Optimierungspotential bei den Planungsvorgaben.“